Anpassungsstörung

Bei Anpassungsstörungen handelt es sich um Zustände von subjektivem Leiden und emotionaler Beeinträchtigung, die soziale Funktionen und Leistungen behindern. Solche Störungen können während des Anpassungsprozesses nach einer entscheidenden Lebensveränderung, nach einem belastenden Lebensereignis oder auch nach schwerer körperlicher Krankheit auftreten.

Die Anzeichen sind unterschiedlich und umfassen depressive Stimmungen, Ängste, Besorgnis oder auch das Gefühl, „nicht mehr zurechtzukommen“. Es liegen zudem Einschränkungen bei der Bewältigung der alltäglichen Routine sowie der beruflichen Aufgaben vor.

Die Diagnose einer Anpassungsstörung hängt von einer sorgfältigen Bewertung der Beziehung zwischen Art, Inhalt und Schwere der Symptome, der Anamnese und Persönlichkeit sowie dem belastenden Ereignis und der Lebenssituation ab. Etwas weiter gefasst kann eine Anpassungsstörung somit als eine Art situativ bedingter «Krise» beschrieben werden. Die häufigsten Beschwerden bei Anpassungsstörungen sind depressive und/oder ängstliche Symptome.

Nebst dem Auftreten von depressiven Reaktionen und Ängsten sind in Belastungssituationen oder Krisen psychosomatische Beschwerden, privater Rückzug und Schwierigkeiten am Arbeitsplatz häufige Begleiterscheinungen.

Selbstverständlich treten Ängste, Depressionen oder psychosomatische Beschwerden auch unabhängig von «Belastungssituationen oder Anpassungsstörungen» auf. Bei Angststörungen unterscheidet die psychiatrische Diagnostik dabei phobische Störungen, Panikstörungen sowie generalisierte Angststörungen.

Bezüglich depressiver Störungen sind nebst Anpassungsstörungen verschiedene Formen von Depressionen bekannt.

Eine genaue diagnostische Einstufung ist dabei nur im Rahmen einer individuellen Abklärung durch ein ärztlich-psychiatrisches Gespräch vorzunehmen.

Zu psychosomatischen Beschwerden bzw. Erkrankungen ist anzumerken, dass es sich hierbei um Erkrankungen handelt, deren Entstehung und Erscheinungsform wesentlich durch psychische Faktoren mitbedingt ist.

Grundlage psychosomatischer Behandlungsansätze ist dabei übergreifend immer die Berücksichtigung von Wechselwirkungen zwischen Körper und Seele.

Diagnostik

Die Diagnose einer Anpassungsstörung basiert auf individuellen fachlichen Abklärungsgesprächen und - im Bedarfsfall – anerkannten testpsychologischen Untersuchungen unter Berücksichtigung medizinischer Vorbefunde.

Zum Ausschluss körperlicher Ursachen vorliegender Beschwerdebilder werden entsprechende somatische Abklärungen (ärztliche Untersuchung) durch den Hausarzt empfohlen.

Therapien

Therapiekonzept der Kliniken Teufen/Rorschach für psychophysische Erschöpfungszustände, Anpassungsstörungen sowie depressive Störungen, somatoforme Störungen und Angsterkrankungen

Das Therapiekonzept der Kliniken Teufen/Rorschach orientiert sich an einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell. Der gesamte Therapieprozess zielt darauf ab, die krankmachenden Verhaltens- und Beziehungsmuster zu erkennen und zu korrigieren sowie den Zugang zu vorhandenen Ressourcen wahrzunehmen und zu fördern.

Indikationsspektrum

  • Anpassungsstörungen (ICD-10 F 43.20 bis F 43.9)
  • Psychophysische Erschöpfungssyndrome („Burnout-Syndrome“ (ICD-10: Z 73.0))
  • Leichte bis mittelgradige depressive Störungen (ICD-10: F 32.0 bis F 32.11)
  • Panikstörungen sowie generalisierte und sonstige Angsterkrankungen (ICD-10: F 40.0/F 40.1 bis F 41.0/F 41.1. bis F 41.9)
  • Somatoforme Störungen, insbesondere anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (ICD-10: F 45.0/F 45.3/F 45.4 bis F 45.9)

Indikationsstellung:

Die Indikation für eine ambulante psychosomatische Rehabilitationsbehandlung wird, unabhängig vom Zuweisungsmodus, im Rahmen eines Abklärungsgespräches durch einen Facharzt für Psychiatrie bzw. einen Fachpsychologen in Absprache mit der ärztlichen Leitung gestellt.
Gegebenenfalls werden zur Diagnose- bzw. Indikationsstellung testpsychologische Untersuchungen ergänzend eingesetzt. 

Behandlungsprogramm:

Behandlungsdauer: 4 (Standard) bis maximal 8 Wochen à 5 Therapietage/Woche
Behandlungskapazität Teufen: 36 Behandlungsplätze, aufgeteilt auf
Behandlungsgruppen (VM+NM) Behandlungskapazität Rorschach: 30
Behandlungsplätze, aufgeteilt auf 2 Behandlungsgruppen (VM+NM)

 

 

Therapieprogramm

Nachbetreuung

Die Kliniken Teufen/Rorschach bieten eine integrative psychiatrisch-psychotherapeutische Nachbehandlung an. Im Weiteren werden ergonomische Arbeitsplatzabklärungen durchgeführt und die erforderlichen Anpassungen am Arbeitsplatz empfohlen.


Auch eine Fortsetzung einzelner körpertherapeutischer Behandlungen nach Rehabilitationsabschluss ist individuell möglich.