Burnout-Syndrom

Ein Burnout-Syndrom ist ein psychophysischer Erschöpfungszustand, der in einem engen ursächlichen Zusammenhang mit leistungsbedingten Belastungen steht.

Ein Burnout-Syndrom kann dabei als Vollbild einer Stressfolgeerkrankung mit Auswirkungen auf die emotionale, kognitive, körperliche und soziale Ebene des betroffenen Patienten betrachtet werden.

Hintergrund der deutlichen Zunahme von Stressfolgeerkrankungen und insbesondere Burnout-Syndromen in den letzten Jahrzenten ist dabei sicherlich unter anderem die Beschleunigung gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Prozesse, wobei eine Burnout-Entwicklung ebenso massgebend von der individuellen Lebens- und Arbeitseinstellung abhängig ist.

Ein Burnout-Syndrom ist dabei in der Regel die Folge einer längerfristigen Stressbelastung, die nebst äusseren Faktoren auch von individuellen Einstellungen, Erfahrungen und Verhaltensmustern beeinflusst ist.
Dabei ist ein Burnout-Syndrom keine körperliche oder seelische „Krankheit“ im klassischen Sinne, vielmehr handelt es sich um ein krankheitswertiges Zustandsbild von vorübergehender Natur.
Analog zu den multifaktoriellen Ursachen von Stressfolgeerkrankungen und Burnout-Syndromen orientiert sich das Therapiekonzept der Kliniken Teufen/Rorschach an einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell.
Das Therapiekonzept zielt nebst Symptomminderung insbesondere auf das Erkennen von beschwerdeverursachenden Denk-, Verhaltens- und Beziehungsmustern. Zielsetzung ist dabei gleichzeitig die Wahrnehmung und Förderung bestehender Ressourcen zur Überwindung des Beschwerdebildes mit nachhaltiger Förderung von Gesundheit und Lebensqualität.

Diagnostik

Die Burnout-Diagnostik basiert auf individuellen fachlichen Abklärungsgesprächen und - im Bedarfsfall – anerkannten testpsychologischen Untersuchungen.

Zum Ausschluss körperlicher Ursachen vorliegender Beschwerdebilder werden entsprechende somatische Abklärungen (ärztliche Untersuchung) durch den Hausarzt empfohlen.

Therapien

Therapiekonzept der Kliniken Teufen/Rorschach für psychophysische Erschöpfungszustände, Anpassungsstörungen sowie depressive Störungen, somatoforme Störungen und Angsterkrankungen

Das Therapiekonzept der Kliniken Teufen/Rorschach orientiert sich an einem bio-psycho-sozialen Krankheitsmodell. Der gesamte Therapieprozess zielt darauf ab, die krankmachenden Verhaltens- und Beziehungsmuster zu erkennen und zu korrigieren sowie den Zugang zu vorhandenen Ressourcen wahrzunehmen und zu fördern. 

Indikationsspektrum:

  • Anpassungsstörungen (ICD-10 F 43.20 bis F 43.9)
  • Psychophysische Erschöpfungssyndrome („Burnout-Syndrome“ (ICD-10: Z 73.0))
  • Leichte bis mittelgradige depressive Störungen (ICD-10: F 32.0 bis F 32.11)
  • Panikstörungen sowie generalisierte und sonstige Angsterkrankungen (ICD-10: F 40.0/F 40.1 bis F 41.0/F 41.1. bis F 41.9)
  • Somatoforme Störungen, insbesondere anhaltende somatoforme Schmerzstörungen (ICD-10: F 45.0/F 45.3/F 45.4 bis F 45.9)

Indikationsstellung:

Die Indikation für eine ambulante psychosomatische Rehabilitationsbehandlung wird, unabhängig vom Zuweisungsmodus, im Rahmen eines Abklärungsgespräches durch einen Facharzt für Psychiatrie bzw. einen Fachpsychologen in Absprache mit der ärztlichen Leitung gestellt.
Gegebenenfalls werden zur Diagnose- bzw. Indikationsstellung testpsychologische Untersuchungen ergänzend eingesetzt.

Behandlungsprogramm:

Behandlungsdauer: 4 (Standard) bis maximal 8 Wochen à 5 Therapietage/Woche
Behandlungskapazität Teufen: 36 Behandlungsplätze, aufgeteilt auf 2 Behandlungsgruppen (VM+NM)
Behandlungskapazität Rorschach: 30 Behandlungsplätze, aufgeteilt auf 2 Behandlungsgruppen (VM+NM)

 

 

Therapieprogramm

Nachbetreuung

Die Kliniken Teufen/Rorschach bieten eine integrative psychiatrisch-psychotherapeutische Nachbehandlung an. Im Weiteren werden ergonomische Arbeitsplatzabklärungen durchgeführt und die erforderlichen Anpassungen am Arbeitsplatz empfohlen.

Auch eine Fortsetzung einzelner körpertherapeutischer Behandlungen nach Rehabilitationsabschluss ist individuell möglich.

Prävention

Ohne Frage, Burnout-Syndrome sind vermeidbar. Warum? Burnout-Syndrome sind keine Probleme der Grenzüberschreitung, sondern der Grenze des Grenzüberschreitens. Nur kommt diese Botschaft oftmals für viele zu spät. Was tun?

In unserer Leistungsgesellschaft ist es lebens-und überlebenswichtig, eine Balance zwischen Arbeit und Freizeit, einen tragfähigen Ausgleich zwischen Leistung und Regeneration zu gestalten.
Häufig wird uns in der Hektik des Alltagslebens erst im Krankheitsfall bewusst, dass die Verhältnisse ins Ungleichgewicht geraten sind.
Um im Vorfeld erkennen zu können, ob unsere persönlichen, physischen und sozialen Ressourcen mit den diversen Anforderungen, die das Leben an uns stellt, in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, müssen wir in Kontakt mit unserem seelischen und körperlichen Befinden, unseren Gefühlen und unserer inneren Haltung dem Leben gegenüber stehen. In der hektischen Betriebsamkeit des Alltags, der wir oft ausgesetzt sind, geht dieser Kontakt sehr schnell verloren.
Zunehmendes körperliches und seelisches Unwohlsein ohne konkrete Ursache, Unzufriedenheit und nachlassende Lebensqualität können Hinweise auf eine beginnende Stressfolgeerkrankung sein. Es empfiehlt sich, solche Signale ernst zu nehmen und innezuhalten, um sich einer „Standortbestimmung“ zu unterziehen.
In einer solchen Situation stehen wir Ihnen mit unserem Angebot gerne zur Verfügung, um eine solche „Standortbestimmung“ mit professioneller Unterstützung durchzuführen sowie gegebenenfalls entsprechende Beratungen, Empfehlungen oder Behandlungen einzuleiten.